Gewitterlinie mit Shelfcloud, Ostallgäu, 11.8.2008

 

An diesem Tag hieß es im bayrischen Alpenvorland mal wieder Showtime. In einer lebhaften Südwestströmung wurde wieder subtropische Luft angekarrt. Das heißt die Zutaten für organisierte Gewitter sind da. Gegen Abend schwenkte von Westen her noch eine Konvergenz durchs Alpenvorland. Diese bildete sich weil bodennah, von Westen und von Osten her, Luft ins Alpenvorland Einfloss. An ihr sollte sich dann gegen Abend eine Gewitterlinie mit toller Shelfcloud ausbilden. Meine Beobachtungen starte ich an dem Tag wie so oft in meiner Heimatstadt Königsbrunn, Kreis Augsburg. Von dort konnte ich schon in der ferne erste Gewitter beobachten die südlich von München ihren Schwerpunkt hatten. An dieser Gewitteransammlung zog gegen Abend von Süden her ein Gewitter fast Nordwärts. Diese Gewitterzelle habe ich nordwestlich von Landsberg gleich mal angefahren. Auf dem Weg dort hin zeigte sich mir ein sehr turbulente Wolkenstimmung unter der in paar Lentis standen. Das sah sehr beeindruckend aus.

 

 

 

Angekommen an dem Gewitter, machte die Zelle einen sehr guten Eindruck, weil Fraktusfetzen an der Basis nach oben gezogen wurden. Dies ist in der Regel ein Indiz für einen starken Aufwind. Doch nach kurzer Beobachtungszeit war klar: kein gescheiter Inflow, kein ausscheren mehr nach Norden und kein Aufwindbereich der deutlich von Niederschlagskern getrennt ist. Nichts gescheites halt. Richtung Bodensee, entlang der Konvergenz sah es da auf dem Radar schon besser aus. Hier scherte eine kräftige Gewitterzelle nach Westen auf Kempten zu. So ließ ich dann den Zustand nach Nordosten, weiterziehen und fuhr Richtung Kempten.

 

 

 

 

Westlich von Kaufbauern bezog ich dann auf einen Hügel Stellung, nachdem ich aus der ferne sah, das die dominante Zelle bei Kempten mit der übrigen Konvergenz gerade zu einer Gewitterlinie mutierte. Ich brauchte einfach nicht mehr weiter nach Süden zu fahren um tolle Wolkenformation zu sehen. Dort oben auf dem Hügel kam dann von Südwesten her diese beeindruckende Gewitterlinie auf mich zugerollt. Diese bildete eine Shelfcloud aus, die durch die klare Luft sehr scharf an den Himmel gezeichnet wurde. Da hieß nur noch Zeitraffer anschmeißen und die Show genießen. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit Durchzug der Gewitterlinie, kam es an meinen Standort einem sehr turbulentes Wolkenbild. Regen wurde dazu von Sturmböen über die Landschaft gepeitscht. 

 

 

 

 

 

Genau so schön wie das Gewitter aufgezogen kam, präsentierte sich auch dessen Rückseite. Am ausladenden Eisschirm, bildeten sich mir ein paar sehr ausgeprägte Mammaten.

 

 

 

 

Weitere tolle Wolkenstimmungen unter der Eisschirmkante des Gewitters.

 

 

Mit Durchzug der Gewitterlinie war die feuchte Luft im Alpenvorland verbraucht und die Gewittertätigkeit klang ab. Als ich in der UWZ von dem 6 cm Hagel in Kempten lass, habe ich noch einen kleineren Schlenkera zu einem Hagelstreifen gemacht, der sich ca. 15 km weiter südlich befunden hat. Dort fand ich noch Hagelansammlungen mit Körner die 2-3 cm hatten. Nichts besonders für Bayern :)! Dieses Gewitter war auf jedem Fall eins der optischen Leckerbissen des Jahres. Schauma mal, was no nach kommt.