Brummer bei Nördlingen und Linien westlich von Schrobenhausen, 16.6.2011

 

 

Auf breiter Vorderseite zieht ein Tief westlich von Deutschland schwülwarme Luft ins Land, um sie später dann mit der Kaltfront auszuräumen. Da im Süden laut Wetterkarten die meiste Energie bei guter Scherung lag, entschied ich mich daheim zu warten. Schon am Mittag kam von Baden Württemberg ein kleines Bodentief rein, das auf nordöstlichen Kurz Richtung Franken unterwegs war. Sofort nahm ich von Bayrisch Schwaben aus bis Nürnberg die Verfolgung auf, um an den Entwicklungen dran zu sein, die nicht kommen wollten. Nagut - ein paar Mini-Gewitter gingen schon hoch, aber nichts gescheitet. Auf gleichen Kurs wie die erste Welle, kam eine nächste nach, die meiner die Dynamik stahl und mit der Kaltfront flirtete. Also wieder ab in den Süden. Bei Donauwörth habe ich dann wieder Stellung bezogen, diesmal mit Erfolg. Der Bodenwind drehte auf Südost und sorgte so mit der anrauschenden Kaltfront für gute Hebung über der Schwäbischen Alb. Ich studierte kurz das Radar und entschied mich dann nach Nördlingen zu fahren. Im Krater angekommen konnte ich schön sehen, wie westlich von mir mächtige Quellwolken an bereiz bestehenden Gewitterzellen anbauten. Das daraus entstandene System zog unter leichten ausscheren auf Ostkurs, ein paar km nördlich an Nördlingen vorbei. Ich stellte mich auf ein Feld und lies das System nördlich vorbeiziehen.

 

 

 

 

 

 

Schon aus der Entfernung konnte man sehen, das hier ein echter Brummer daherzog. Als die mächtige Zelle näher kam, wurden seine geniale Wolkenformationen sichtbar. Helle, scharf gezeichnete Böenfront, mit dunklem Niederschlagskern dahinter. Zum Zeitpunkt der Beobachtung, wehte ein milder Südostwind in das System.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dann erfasste mich der flankierende Abwind des System. Der Wind drehte schlagartig auf Nordwesten. Erst ein paar milde Böen und dann gut gekühlter Sturm! Vor mir zieht die Böenfront vorbei. Ein herrlich dynamischer Anblick.

 

 

 

 

 

 

Dann ging es weiter über die B17 nach Augsburg, um neue Systeme abzufangen, die sich an der leicht schleifenden Kaltfront noch bilden sollten. Ich hatte keine Ahnung das die Kaltfront schon über mir war. Erst als es ne Linie über mir zündete, war die Sache klar. Ohne anzuhalten änderte ich den Kurz und probierte Richtung Schrobenhausen noch irgendwie vor das System zu kommen. Ich schaffte es noch gerade so. Bei Schrobenhausen, zeigten sich mir wieder gigantische Stimmungen. Ne tolle Shelf genau über mir und von Westen her, kam ein dichter Niederschlagsvorhang angezogen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dichter Platzregen setzte ein, der von schweren Sturmböen über die Landschaft gepeitscht wurde.

 

 

 

Das Gewitter ist vorbei. Nach dem Gewitter bildeten sich über meinen Standort tolle laminare Strukturen aus Wasserdampf.

 

 

 

 

Dieser Tag hat eine Show geboten, wie man sie als Sturmjäger nur ein paar mal im Jahr erleben darf. Die von mir beobachtete Linie, ging wie aus dem nichts und wie mit einem Lineal gezogen, zwischen dem Allgäu und der Donau hoch. Zwar wurde das System nach Osten hin schnell schwächer, doch dafür bekam man in und um München, eine Shelfcloud der Extraklasse zu sehen. Nur leider führte dort von Schrobenhausen aus keine Autobahn hin...