Spektakuläre Hagelgewitter über dem Fünf-Seen-Land, 19.5.2011

 

 

 

Hier ein schöner Cumulushimmel, bevor sich die ersten Gewitter bildeten.

 

 

 

Die Zustände am Nachmittag Richtung Ulm, lass ich mal außen vor und komme gleich zur Sache! Am Abend bildete sich am Alpenrand das berüchtigte Lehtief. Das heißt Luft fließt von Nordosten und Nordwesten im Alpenvorland zusammen. Das sorgt für gute Hebung und in der nur schwachen Druckverteilung für brauchbare Windscherung. Zwar war der Taupunkt ziemlich niedrig, so das ich nur mit ein paar hochbasigen Romanzen am Himmel rechnete. Doch dann kam es anders! Bei Mindelheim, konnte ich Richtung Alpenrand erste massive Quellungen hochgehen sehen.

 

 

 

An die heftete ich mich. Über Kaufbeuren, Peißenberg (Wetterwarte, mit Testradar) bis nach Weilheim, blieb ich vor den Zelle. Es blieb aber erst noch bei mäßigen Gewittern.

 

 

 

 

 

Doch dann bei Weilheim, kam die Geschichte auf einmal in Fahrt! Eine weite regenfreie Basis bekam ich zu Gesicht. Immer mehr Blitze flackerten an dem Gewitter und auch Rotation war deutlich auszumachen. Und das ganze wurde auch noch von der tiefstehenden Sonne in ein tolles Licht gesetzt!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Als die Wolkenbasis über meinen Standort zog, kamen auf einmal kleine Hagelkörner ohne Regen vom Himmel. Kurze Zeit später ging über mir ein Gewitterschauer mit Hagel und Platzregen runter. Da gleichzeitig die Sonne unter die Gewitterzelle leuchtete sorgte das für eine gigantische Stimmung!

 

 

 

Genug mit Niederschlag - vorerst! Ich fuhr aus der Zelle raus, nach Nordosten Richtung Starnberg. Doch schon kurz hinter Weilheim viel mir auf, das es für halt 8 doch schon ziemlich finster ist. Im Rückspiegel war auf einmal ne neue tiefschwarze Basis zu sehen. "Na gut, bei der klaren Luft, wohl was normales!" Doch schon bei nächsten flüchtigen Blick war klar, das sich hier was gigantisches sich am Himmel formiert hat. Ich hielt auf dem nächstbesten Hügel und dachte nur noch: "GEIL!" Vor mir, eine gebirgige runde rotierende Wolkenbasis. An dessen rechter Seite lief ein halbrundes Inflowband in das System. Das setzte sich westlich meines Standortes in eine hochbasige Shelfcloud vor weiteren Gewitterzellen fort. Bei mir am Boden wehte ein ordentliches Lüftchen in den Aufwind. Garniert wurde das ganze Szenario, das an "The Day After Tomorrow" bei den Los Angeles Tornados vor dem ersten Touchdown erinnerte, von pausenlosen geflackere und Donnergrollen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Standortwechsel! Nachdem der rotierte Aufwind fast über mir war, ging es weiter Richtung Starnberg. Bei Tutzing konnte ich sehen, das sich der rotierende Aufwind verabschiedet hat! Dafür hat sich die Shelf jetzt zu einer Gewitterformationen vom feisten gemausert. Gegenüber der Shelf gingen neue Zellen hoch, die der Shelf entgegen zogen. Es gab kein entkommen mehr! Über mir schloss sich die Finsternis ...

 

 

 

 

Kurz bevor der Niederschlag einsetzte, konnte ich noch einen schöne Naheinschlag filmen!

 

 

 

Dann ging bei nur wenig Windbewegung ein kräftiger Hagelschauer nieder. Auch wenn die Hagelkörner nicht besonders groß waren, ist es dennoch ein beeindruckendes Schauspiel, wenn das ganze Eis auf Autoblech scheppert und man nur die Eiskörner im Schweinwerferlicht springen sieht. Auf der zweiten Aufnahme macht ein Blitz die mit Hagel bedeckte Straße sichtbar.

 

 

 

 

Das Gewitter schwächt sich ab. Zurück bleiben Hagelansammlungen und ein paar überflutete Straßen.

 

 

 

Auf der Heimfahrt ging es durch kräftigen Gewitterregen aus dem sich über mir ausregneten MCS.