HP-Superzelle im Chiemgau, 2.8.2009

 

Die letzten Wochen hatten zwar reihenweise Unwetterlagen für den Süddeutschen Raum zu bieten. Aber bis auf dem 23.7., als ein paar fiese Hagelbomben durch Ostbayern zogen, flopten die restlichen Tage. Diese Unwetter, waren durch die unklare Trogsituation an dem Tag nur schwer kurzfristig auszumachen und das Chasing endetet mit „normalen“ Sommergewittern!

Jetzt krachte es aber wieder gescheit! Unter einer fast südlichen Strömung ging am Nachmittag von Westen her eine Kaltfront durchs Alpenvorland. An dieser Front bildete sich über der Schweiz und Norditalien eine Randwelle aus. Dieser drehte die Strömung in mittleren Höhen auf Südost, so das Luftmassen gegen die von Westen her reindrückende Kaltluft entgegenliefen. Bodennah kam der Wind meist aus West bis Nordwest und drehte vor den Gewitterzellen kurz auf Nordost.

Nach einen kurzen Wettercheck am Vormittag, gings am Mittag nach Osten Richtung München. Dort sah ich auf dem Weg, schon ein großes Feld mit aufgetürmten Altocumulus. Ein Zeichen für viel Labilität in dem Gebiet. Ich stationierte mich bei Ebersberg und warf einen Blick auf das Radar. Zwischen den Alpen und München hatte sich ein kleiner freistehender Gewitter-Cluster entwickelt. An dessen Ostseite, entwickelte sich kurz darauf hin eine Superzelle, die am Alpenrand entlang nach Osten zog. Ich fuhr weiter, um in die Nähe des Chiemsees und die anziehende Superzelle zu entfangen. Der Anblick des aufziehenden Ungetüms war toll! An der Südkante des Gewitters schraubte sich dieser massive Aufwindturm in die Luft und an dem gewaltigen Eisschirms zeigten sich ausgeprägte Mammaten. Nicht immer bekommt man Superzelle so frei zu sehen! Häufig behindern Begleitwolken die Sicht auf die ganze CB!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dann kam von Westen der harte Kern des Monsters näher. Dabei konnte ich beobachten wie der Aufwindbereich von der Südkante der Zelle nach Nordosten wanderte und dabei halb vom Niederschlag eingewickelt wurde. Vor dem RFD-Bereich der Zelle bildete sich dabei eine ausgeprägte Bodenfront aus, die zusammen mit dem dichten Core dahinter aus dieser bayrischen Postkarten-Landschaft, eine düstere dem Untergang geweihte Welt machte. Tolle Show!

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich verfolgte das Gewitter dann noch weiter bis kurz vor Österreich. Die Zelle wurde zwar schwächer, aber die Wolkenformationen waren nach wie vor spektakulär. Weiterhin war deutliche Rotation an der Basis des Gewitter zu erkennen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Rückseite der Zelle war auch schön zum anschauen.

 

 

 

Nach dieser tolle Chasing fuhr ich wieder Richtung München, um dort vielleicht noch ein weiteres Gewitter abfangen zu können. Doch da gabt nichts mehr zu sehen. So ging’s dann nach einen Stopp beim Mac, unter Gewitterresten der untergehenden Sonne entgegen.