Vom Biest zur Schönheit, Schwäbischen Alb bis Südbayern, 7.7.2011

 

Die Lage heute war ein Traum. Viel energiereiche Luft ist nach Deutschland geflossen. Nördlich der Alpen kam der Wind bis in mittlere Höhen aus Ost und drehte dann ab ungefähr 3000 Meter auf Süd. Gleichzeitig kam von der Schweiz und Frankreich ein Randtief angezogen, was von Westen her die Kaltfront nach Deutschland führte. Luftmassen laufen zusammen und die kannten dann über Baden Württemberg nur noch einen Weg. Nach Oben!

 

Heute war ich nicht allein unterwegs. Der Peter aus Ismaning begleitete mich. Wir stationierten uns erst bei Memmingen, um dort auf die Auslöse zu warten. Erst zogen leichte Gewitter auf Nordost-Kurs westlich am Bodensee vorbei. So zwischen Schwarzwald und Ulm wurde daraus eine heftige Gewitterlinie, mit einer Superzelle an der Südkanten die Tennisballhagel produzierte. Erst zog das Ganze weiter nach Nordosten, was uns veranlasste weiter nach Ulm zu fahren. Doch dann bog das ganze System wie auf Kommando nach Osten hin ab. Hier ein Bild vom Eisschirm und der drüben Wolkenstimmung vor der Front, aufgenommen bei Ulm.

 

 

 

Dann wollten wir es Wissen und fuhren über die A8 der Linie entgegen. Warum nicht auf die Superzelle zu? Wenn Luft Frontal an einer kräftigen Linie zusammenläuft, ist oft nicht immer die Südkante dominant. Außerdem war die Linie nördlich der SZ leichter zu erreichen und wir hatten so eine Autobahn zur Verfügung um vor dem Sturm zu bleiben. Mit hohem Tempo ging es einer Böenfront entgegen. Diese hing vor einer grünen Niederschlagswand. Doch es wollte keine Ausfahrt kommen. Ich dachte schon: "Jetzt legen wir hier nen richtig geilen Core-Punch hin!" Die Ausfahrt Merklingen war unsere Rettung. Eigentlich war ja der Plan schön den Aufzug mit der Böenfront einzufangen. Aber hinter der Böenfront sah es noch viel geiler aus. Sehr turbulenter Himmel, gigantische Walls Mouth, die in Blau- bis Grüntönen schimmerten. Dazu schwere Sturmböen und das Wolkenmonster über uns lies es fast Nacht werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rein ins Auto und nichts wie raus aus dem Maul. Über die A8 konnten wir zum Glück bei nur wenig Verkehr um schnell Abstand zum System gewinnen. Dabei sind diese zwei Aufnahmen entstanden.

 

 

 

 

Wir blieben bis kurz vor Augsburg vor dem System, wo sich uns bei Neusäß die nächsten tollen Formationen zeigten. Die Gewitterlinie zog mit einer mächtigen Keilform Luft an, was sich optisch an einer extrem ausgeprägten Shelfcloud wieder spiegelte. Was für ein Anblick!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wieder gleiches Spiel. Die Front kommt näher und wir fuhren auf der A8 ein paar Kilometer weiter, um dann östlich von Augsburg noch ein paar Bilder zu machen. Auch hier waren die Formationen wieder gigantisch.

 

 

 

 

 

 

Wir blieben an dem System noch bis in die Hallertau dran. Doch die Formationen warén dort lange nicht mehr so beeindrucket. Also sind wir durch das jetzt mäßige Gewitter wieder Richtung Augsburg gefahren, um vielleicht auf der Rückseite noch was zu sehen. Doch dort verhinderten Schichtwolken einen Blick auf den Tower. Nichts des do trotz war das ein toller Gewittertag mit einer kompromisslosen Gewitterfront. Und wir durften sie aus erster Reihe beobachten!