Superzelle an der Albkante und nachfolgende Shelfcloud, 9.7.2011

 

 

Wieder mal stand ein heftiger Gewittertag an. Nachdem es am Vormittag über Bayern etwas geregnet hatte, kam am Nachmittag die Sonne raus und heizte in die feuchte Luftmasse ordentlich rein. Ich entschied mich ins Donautal bei Dillingen zu fahren um dort auf die Auslöse zu warten. Nordwestlich von mir lief Luft bodennah, aus Süd und Nordost zusammen. Diese Konvergenz machte sich an meinen Standort durch eine Haufenwolkenkette bemerkbar, die sich entlang der Albkante erstreckte.

 

 

 

Erste Auslöse bei Reutlingen und immer mehr Quellwolken bei Ulm ließen mich in diese Richtung fahren. Ich stationierte mich nördlich von Ulm und begutachte Quellwolken für Quellwolke, ob sich daraus was bildet. Doch nichts davon wurde zum Gewitter. Stattdessen fing die Gewitterzelle die von Reutlingen daherkam an zu dominieren. Ich fuhr ihr entgegen und stand schließlich vor einem frischen Sturm aus der erster Niederschlag fiel. Auch Rotation im Aufwind konnte man schon sehen. Alles sah aber noch sehr brav aus.

 

 

 

 

 

Das änderte sich jetzt aber sehr schnell. Ich verlagerte meinen Standort in das Gebiet nördlich von Ulm, um an die Südostseite des Gewitters zu gelangen. Unterdessen hat der Sturm eine weiträumige Wolkenbasis ausgebildet. Hinter der ging ein dichter Niederschlagskern zu Boden. Und auch erste Ansätze für eine beginnende Absenkung waren zu sehen.

 

 

 

 

 

 

 

Jetzt war klar, hier war gerade eine Superzelle geboren und ich wollte um jeden Preis dranbleiben. Also rauf auf die nahe 8A um etwas Abstand zu gewinnen.

Und über die A7 wieder nach Norden zurück an die Basis. Den nächsten Halt machte ich bei Langenau. Mittlerweile hatte sich an der Basis eine Zwischending aus Wallcloud und einer Böenfront vor dem RFD gebildet. An der Ostseite des Gewitters führten Inflowbänder in den Sturm.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Superzelle zog flott nach Nordosten Richtung Donauwörth. Zum Glück führte parallel zur Zugrichtung des Gewitters eine Landstraße. So konnte ich schön vor dem Sturm bleiben und ein paar mal anhalten um Bilder von den krassen Strukturen zu machen, die sich jetzt an der Basis bildeten. Nämlich, wie es hier aus dem Niederschlag vom Boden her Wolken nach oben zur der turbulenten Absenkung saugt. Da denkt du nur noch "Tornado? Tornado? Na, rotiert net."

 

 

 

Weiter geht es bis Dillingen, wo ich wieder anhielt. Der RFD lief vor mir vorbei. Vor dem flankierenden Abwind, wurden Wolkenfetzen mit hohen Tempo zum Teil auch verwirbelt nach oben gezogen. Im nahem Niederschlagskern sogar vom Boden aus. Auch wenn so manches auf den Bildern verdächtig ausschaut, konnte sich da kein Funnel oder sogar Tornado ausbilden. Dennoch kann so ein Gewitter in diesem Stadium jederzeit produzieren, wenn aus dem Chaos an der Basis sich was ordnet. Als dann diese gewaltigen Formation so vorbeizogen, kamen an meinen Standort kräftigen RFD-Böen aus Nordost daher. Dieser Stimmung setzte die Sonne eins drauf, die hinter der Superzelle zum Vorschein kam.

 

 

 

 

 

Nach dieser Beobachtung fuhr ich weiter nach Donauwörth um wieder vor dem Sturm zu kommen. Doch die Superzelle hatte jetzt ihre beste Zeit hinter sich. Vor mir stand jetzt ein dünner aber massiver rotierender Tower, der kurze Zeit später auseinander viel.

 

 

 

 

Kaum war die Superzelle kaputt, kam von Südwesten ein neues System angezogen.

 

 

 

Die Superzelle war ja schon richtig geil, aber was sich dort drunter an Wolkenformationen zeigen war der Wahnsinn!!! Ich fing das System bei Wertingen ab. Auf meinen Standort rollte ne Shelfcloud zu und was für ein Teil! Scharf, kontrastreich und turbulent. Bei dem Anblick auf dem Hügel bin ich halb ausgeflippt. Gut das sonst niemand anwesend war.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sturm und Regen setzten ein. Auf meinen Standort kam dann dieser Wolkenkörper zugezogen, der den Hügel streifte auf dem ich stand. Da schaut man dann schon genau ob da was rotiert, weil ich hab leider keinen T.I.V. (tornado intercept vehiclel) zur Verfügung habe.

 

 

 

 

Nach dem mich diese Zelle überquert hatte war das Chasing vorbei. Unglaublich was ich an dem Tag zu sehen bekam. Erst konnte ich eine Superzelle von der Geburt bis zum Tod verfolgen und dann noch diese gigantische Gewitterfront!